In Montenegro dürfen einem Verstorbenen Organe zur Transplantation entnommen werden, wenn diese Person zu Lebzeiten als volljährige und geschäftsfähige Person bei ihrem gewählten Arzt eine schriftliche freiwillige Einwilligung abgegeben hat. Auf dieser Grundlage stellt der gewählte Arzt einen Organspendeausweis aus. Die Einwilligung kann jederzeit geändert oder widerrufen werden, wobei der Ausweis zurückgegeben wird. Wer kein Spender sein will, kann beim gewählten Arzt eine schriftliche Widerspruchserklärung abgeben. Hat der Verstorbene weder eine Einwilligung noch eine Erklärung abgegeben, entscheidet ein Mitglied der nahen Familie; stimmt auch es nicht zu, werden keine Organe entnommen. Zu Lebzeiten darf nur eine volljährige Person ein Organ spenden, seit 2025 auch eine Person in einer besonderen freundschaftlichen oder emotionalen Beziehung zum Empfänger, nach Entscheidung des Gesundheitsministeriums.
Dieser Ratgeber erklärt, wie man den Spenderausweis bekommt, was er bedeutet und wie das Verfahren abläuft.
Wie bekommt man einen Organspendeausweis?
- Wenden Sie sich an Ihren gewählten Arzt im Gesundheitszentrum.
- Geben Sie eine schriftliche freiwillige Einwilligung zur Organentnahme nach dem Tod ab.
- Der gewählte Arzt stellt den Spenderausweis aus und fertigt einen Vermerk an.
- Der Arzt übermittelt die Einwilligung spätestens am nächsten Arbeitstag an das Gesundheitsministerium, das sie ins Register einträgt.
- Einwilligen kann nur eine volljährige, geschäftsfähige und urteilsfähige Person.
- Bringen Sie Ihren Personalausweis oder ein anderes amtliches Dokument mit Foto mit, denn der Arzt stellt Ihre Identität fest.
- Das Ministerium führt ein Register der Einwilligungen, ein Register der ausgestellten und zurückgegebenen Spenderausweise und ein Register der Organspender.
- Wer einen vor den Änderungen vom Dezember 2019 ausgestellten Ausweis hat und Spender bleiben will, muss ihn nach den neuen Regeln erneuern.
Was, wenn man es sich anders überlegt?
| Erklärung | Wo sie abgegeben wird | Bedeutung |
| schriftliche Einwilligung | beim gewählten Arzt | Organe dürfen nach dem Tod entnommen werden; Sie erhalten einen Spenderausweis |
| Änderung oder Widerruf der Einwilligung | beim gewählten Arzt | Sie geben den Spenderausweis zurück; ein Vermerk wird angefertigt |
| Widerspruchserklärung | beim gewählten Arzt | Organe dürfen nach dem Tod nicht entnommen werden |
| Widerruf der Widerspruchserklärung | beim gewählten Arzt | die Erklärung verliert ihre Wirkung |
Der Arzt übermittelt jede Erklärung an das Ministerium, deshalb prüft das Krankenhaus vor einer Entnahme das Register und nicht nur den Ausweis im Portemonnaie.
Was passiert nach dem Tod?
| Situation | Wer entscheidet |
| es liegt eine nicht widerrufene schriftliche Einwilligung vor | Organe werden entnommen; der Krankenhauskoordinator informiert die Familie |
| es liegt eine Widerspruchserklärung oder eine widerrufene Einwilligung vor | es werden keine Organe entnommen |
| es gibt weder Einwilligung noch Erklärung | ein Mitglied der nahen Familie kann schriftlich einwilligen |
| weder der Verstorbene noch die Familie hat eingewilligt | es werden keine Organe entnommen, die organerhaltenden Maßnahmen werden beendet |
- Zur nahen Familie gehören Ehe- oder Lebenspartner, gleichgeschlechtliche Lebenspartner, Kinder, Eltern, Geschwister, Adoptivkind, Adoptivelternteil und Vormund; der Koordinator ruft sie in dieser Reihenfolge an.
- Die Familie erhält eine angemessene Bedenkzeit, und die Einwilligung kann bis zur Vorbereitung der Entnahme widerrufen werden.
- Den Tod stellt eine Kommission aus mindestens drei Ärzten fest, anhand des Ausfalls der Hirnfunktion und einer irreversiblen Hirnschädigung; ihre Mitglieder nehmen weder an der Entnahme noch an der Transplantation teil.
- Nach der Organentnahme ist eine Obduktion Pflicht, und der Familie werden die Laborergebnisse des Spenders erklärt.
- Bei einem verstorbenen Minderjährigen willigen beide Eltern, sofern sie leben, oder der Vormund ein.
- Organe einer Person ohne Wohnsitz oder Daueraufenthalt in Montenegro dürfen unter denselben Bedingungen wie bei montenegrinischen Staatsbürgern entnommen werden, sofern ein internationales Abkommen nichts anderes vorsieht.
Wer darf zu Lebzeiten ein Organ spenden?
| Empfänger | Bedingung | Wer entscheidet |
| Blutsverwandter in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis zum vierten Grad, Ehe- oder Lebenspartner | schriftliche beglaubigte Einwilligung des Spenders | Ethikkomitee der Gesundheitseinrichtung |
| Person, zu der der Spender eine besondere freundschaftliche, emotionale oder ähnliche Beziehung hat | schriftliche beglaubigte Einwilligung des Spenders | Gesundheitsministerium auf Grundlage einer Stellungnahme des Bioethikkomitees |
- Ein Lebendspender muss volljährig, geschäftsfähig und urteilsfähig sein.
- Ein Organ wird einem Lebendspender nur entnommen, wenn kein geeignetes Organ eines verstorbenen Spenders zu bekommen ist.
- Der Spender kann die Einwilligung bis zum Beginn des Eingriffs widerrufen; vorher erklärt ihm ein nicht beteiligter Arzt die Risiken.
- Die Spende gegen Geld oder eine andere Gegenleistung sowie die Anstiftung dazu sind verboten.
Wie man den gewählten Arzt bestimmt und wechselt, erklärt unser Ratgeber zu Hausarzt und eZdravlje, die Voraussetzungen für die Blutspende der Ratgeber zur Blutspende. Wann der Fonds eine Behandlung außerhalb Montenegros bezahlt, steht im Ratgeber zur Behandlung im Ausland, was die Familie nach einem Todesfall tun muss, im Ratgeber zum Sterbefall.
Häufige Fragen
Wo bekommt man in Montenegro einen Organspendeausweis? Beim gewählten Arzt im Gesundheitszentrum, auf Grundlage einer schriftlichen freiwilligen Einwilligung zur Organentnahme nach dem Tod.
Ist in Montenegro jeder Organspender, der nicht widerspricht? Nein. Seit den Änderungen von 2019 werden Organe mit schriftlicher Einwilligung des Verstorbenen entnommen oder, wenn diese fehlt, mit Einwilligung eines Mitglieds der nahen Familie. Ohne eine dieser beiden Einwilligungen werden keine Organe entnommen.
Kann ich meine Einwilligung zur Organspende widerrufen? Ja, jederzeit beim gewählten Arzt, indem Sie den Spenderausweis zurückgeben.
Kann die Familie ablehnen, wenn ich einen Spenderausweis habe? Das Gesetz sieht vor, dass der Koordinator die Familie informiert, dass eine nicht widerrufene Einwilligung vorliegt und die Organe entnommen werden. Das Recht zuzustimmen oder abzulehnen hat die Familie, wenn der Verstorbene weder eine Einwilligung noch eine Widerspruchserklärung abgegeben hat.
Muss ich einen alten Spenderausweis erneuern? Ja, wenn der Ausweis vor den Änderungen vom Dezember 2019 ausgestellt wurde und Sie Spender bleiben wollen.
Darf man einem Freund ein Organ spenden? Seit den Änderungen von 2025 ja, wenn Sie volljährig sind und schriftlich beglaubigt eingewilligt haben; die Entscheidung trifft das Gesundheitsministerium auf Grundlage einer Stellungnahme des Bioethikkomitees.
Quellen
Die Voraussetzungen der Organentnahme regelt das Gesetz über die Entnahme und Transplantation menschlicher Organe zu Heilzwecken (Amtsblatt 43/2016), geändert durch 67/2019 (Spenderausweis, Einwilligung der Familie), 69/2025 (Spende an Freunde, Beendigung organerhaltender Maßnahmen) und die Änderungen von 2026 (12/2026 und die Änderung vom März 2026), die Organaustausch und Qualität betreffen, nicht die Einwilligung. Stand der Angaben: 29. September 2026. Fijaka ist eine Kleinanzeigenplattform; dieser Text ist weder ärztliche noch rechtliche Beratung.
