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Eine Kinderhand in der Hand eines Erwachsenen auf einer Promenade

Unterhaltsfonds in Montenegro 2026: Wann der Staat den Kindesunterhalt statt eines Elternteils zahlt, wer Anspruch hat, Antrag und Dauer

Wann der montenegrinische Unterhaltsfonds vorläufigen Kindesunterhalt zahlt, wie hoch er ist, wer Anspruch hat, auch ausländische Kinder mit Aufenthalt, welche Unterlagen nötig sind, wie schnell die Vormundschaftsbehörde entscheidet und wie der Staat die Schuld später vom Elternteil eintreibt.

RK

Rohat Kahraman— Rechtsanwalt, RoNa Legal

26. September 2026 · Auf rechtliche Richtigkeit geprüft

RoNa Legal →

Zahlt der Elternteil, der nicht mit dem Kind lebt, zwei Monate hintereinander keinen Unterhalt oder nur einen Teil davon, hat das Kind Anspruch auf vorläufigen Unterhalt aus dem montenegrinischen Unterhaltsfonds (Alimentacioni fond). Der Fonds zahlt den im Vollstreckungstitel festgelegten Unterhalt zuzüglich der Vollstreckungskosten jeden Monat auf das Konto des Elternteils, bei dem das Kind lebt, und der Staat holt diesen Betrag mit Zinsen vom zahlungspflichtigen Elternteil zurück. Der Antrag geht gebührenfrei an die Vormundschaftsbehörde, die innerhalb von 15 Tagen entscheidet, bei besonderem Ermittlungsverfahren innerhalb von 30 Tagen. Seit Januar 2024 haben auch ausländische Kinder mit genehmigtem befristetem oder dauerhaftem Aufenthalt Anspruch.

Dieser Ratgeber erklärt, wer Anspruch hat, wie hoch der Betrag ist, welche Unterlagen nötig sind, die Fristen, die Auszahlung und was der Staat mit der Schuld des Elternteils macht.

Wer hat Anspruch auf vorläufigen Unterhalt?

VoraussetzungWas das Gesetz regelt
KindKind unter 18 Jahren, montenegrinischer Staatsbürger mit Wohnsitz oder Aufenthalt in Montenegro
Ausländisches KindKind mit genehmigtem befristetem oder dauerhaftem Aufenthalt, Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte mit Aufenthalt in Montenegro
Schuld des Elternteilsder Elternteil hat den im Vollstreckungstitel und im Vollstreckungsbeschluss festgelegten Unterhalt zwei Monate hintereinander ganz oder teilweise nicht gezahlt
Unregelmäßige Zahlungder Elternteil schuldet in den letzten 12 Monaten mindestens zwei durchschnittliche Monatsbeträge
Vollstreckungstitelvollstreckbare Gerichtsentscheidung, notarielle Urkunde über eine Unterhaltsvereinbarung oder anerkannter ausländischer Vollstreckungstitel
  • Keinen Anspruch hat ein Kind, das länger als 30 Tage in einer Pflegefamilie, einer Einrichtung, einer religiösen oder militärischen Schule untergebracht ist, ohne sich an den Kosten zu beteiligen, oder eine Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verbüßt.
  • Der Anspruch ist ein höchstpersönliches Recht des Kindes, nicht übertragbar und nicht pfändbar.

Wie hoch ist der vorläufige Unterhalt und wie lange wird er gezahlt?

  • Der Betrag entspricht dem im Vollstreckungstitel festgelegten Unterhalt zuzüglich der Vollstreckungskosten aus dem Beschluss des öffentlichen Vollstreckers.
  • Zahlt der Elternteil einen Teil, zahlt der Fonds die Differenz bis zum vollen Betrag.
  • Der Anspruch besteht ab dem Tag der Antragstellung.
  • Er dauert, bis der Elternteil wieder voll zahlt, spätestens bis zum 18. Geburtstag des Kindes; für ein Kind, das wegen Krankheit oder Behinderung erwerbsunfähig ist, besteht er auch nach der Volljährigkeit, bis der Elternteil zu zahlen beginnt.
  • Der Betrag wird angepasst, wenn sich der Unterhaltsbetrag ändert.

Wie stellt man den Antrag?

  • Den Antrag stellt im Namen des Kindes der sorgeberechtigte Elternteil oder der Vormund bei der Vormundschaftsbehörde auf dem vorgeschriebenen Formular; die Behörde kann das Verfahren auch von Amts wegen einleiten.
  • Beizulegen sind Bescheinigungen über Wohnsitz oder Aufenthalt von Elternteil und Kind, der Vollstreckungsbeschluss des öffentlichen Vollstreckers als Nachweis, dass der Elternteil nicht zahlt, der Auszug aus dem Geburtenregister des Kindes und bei einem ausländischen Kind der Nachweis über Aufenthalt oder Schutzstatus.
  • Im Antrag stehen die Bankverbindung des Elternteils, bei dem das Kind lebt, und das Datum, ab dem der andere Elternteil nicht mehr zahlt.
  • Gebühren fallen keine an.
  • Die Vormundschaftsbehörde entscheidet innerhalb von 15 Tagen, bei besonderem Ermittlungsverfahren innerhalb von 30 Tagen.

Wie wird gezahlt und was gilt bei Änderungen?

  • Der Fonds zahlt den vorläufigen Unterhalt in Monatsbeträgen für den Vormonat über eine Bank auf das im Antrag genannte Konto.
  • Der Fonds ist im Finanzministerium angesiedelt und veröffentlicht monatliche Berichte über seine Mittel.
  • Gegen den Bescheid ist eine Beschwerde an das für Sozialfürsorge zuständige Ministerium möglich, sie hält die Auszahlung aber nicht auf.
  • Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, der Vormund und der zahlungspflichtige Elternteil müssen jede Änderung innerhalb von acht Tagen der Vormundschaftsbehörde melden; wer das unterlässt, zahlt 300 bis 1.000 Euro Geldbuße.
  • Ein Elternteil oder Vormund, der den vorläufigen Unterhalt aufgrund falscher Angaben erhalten hat, muss dem Staat den gezahlten Betrag ersetzen.

Wie holt sich der Staat das Geld vom Elternteil zurück?

  • Mit der Zahlung des vorläufigen Unterhalts tritt der Staat für den gezahlten Betrag samt Zinsen in die Rechte des Kindes gegenüber dem zahlungspflichtigen Elternteil ein.
  • Der Fonds verpflichtet den Elternteil per Bescheid, den Betrag mit Zinsen innerhalb von acht Tagen zu zahlen.
  • Zahlt er nicht, übergibt der Fonds den Bescheid dem Schutzbevollmächtigten für Vermögens- und Rechtsinteressen zur Einleitung der Vollstreckung, und der Bescheid ist ein Vollstreckungstitel gegen das gesamte Vermögen des Elternteils.
  • Stirbt der zahlungspflichtige Elternteil, haften die Erben bis zum Wert des geerbten Vermögens.

Vermögensaufteilung und Sorgerecht nach der Scheidung erklärt unser Ratgeber zu Scheidung und Vermögensaufteilung, Kindergeld und Leistungen für Eltern unser Ratgeber zum Kindergeld. Den für den Antrag nötigen Geburtsregisterauszug erklärt unser Ratgeber zum Geburtsregisterauszug, die Arbeit der öffentlichen Vollstrecker unser Ratgeber zur Zwangsvollstreckung.

Häufige Fragen

Wann zahlt der Unterhaltsfonds in Montenegro den Kindesunterhalt? Wenn der Elternteil den im Vollstreckungstitel festgelegten Unterhalt zwei Monate hintereinander ganz oder teilweise nicht gezahlt hat oder in den letzten 12 Monaten mindestens zwei durchschnittliche Monatsbeträge schuldet.

Wie viel zahlt der Unterhaltsfonds? Den im Vollstreckungstitel festgelegten Unterhalt zuzüglich Vollstreckungskosten, und wenn der Elternteil einen Teil zahlt, die Differenz bis zum vollen Betrag.

Wo stellt man den Antrag? Bei der Vormundschaftsbehörde, auf dem vorgeschriebenen Formular, gebührenfrei.

Wie lange dauert die Entscheidung? Die Vormundschaftsbehörde entscheidet innerhalb von 15 Tagen, bei besonderem Ermittlungsverfahren innerhalb von 30 Tagen.

Haben ausländische Kinder Anspruch? Ja, wenn sie einen genehmigten befristeten oder dauerhaften Aufenthalt, Asyl oder subsidiären Schutz haben und in Montenegro leben.

Muss der zahlungspflichtige Elternteil das Geld zurückzahlen? Ja, denn der Staat tritt in die Rechte des Kindes ein und treibt den gezahlten Betrag mit Zinsen ein, und stirbt der Elternteil, haften die Erben bis zum Wert des geerbten Vermögens.

Quellen

Anspruch, Höhe, Verfahren, Auszahlung und Eintreibung regelt das Gesetz über den vorläufigen Kindesunterhalt (Amtsblatt 80/2022, anwendbar seit 1. November 2022, Artikel 2, 5, 8, 9, 11, 13, 15, 20, 23, 24, 26 und 31 bis 41), mit den Änderungen vom Dezember 2023 (Amtsblatt 123/2023), die den Anspruch auf ausländische Kinder ausgeweitet und den Betrag an den Beschluss des öffentlichen Vollstreckers gebunden haben. Die Angaben wurden am 26. September 2026 geprüft. Fijaka ist eine Kleinanzeigenplattform; dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

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