Ab dem 9. Dezember 2026 gelten in Montenegro neue Regeln zur Haftung für fehlerhafte Produkte: Der Hersteller haftet für Schäden durch ein fehlerhaftes Produkt verschuldensunabhängig, und auch Software, Elektrizität und Dateien für die digitale Fertigung gelten als Produkte. Hat der Hersteller keinen Sitz in Montenegro oder der EU, haften der Importeur, der Bevollmächtigte oder der Fulfilment-Dienstleister, unter bestimmten Bedingungen auch der Händler und eine Online-Plattform. Der Geschädigte verlangt Ersatz innerhalb von drei Jahren, nachdem er von Schaden, Fehler und Haftendem erfahren hat, spätestens zehn Jahre nach dem Inverkehrbringen des Produkts. Die Änderungen des Obligationengesetzes wurden im Amtsblatt 117/2026 veröffentlicht und setzen die Richtlinie (EU) 2024/2853 um.
Dieser Ratgeber erklärt, wer haftet, welche Schäden ersetzt werden, wann ein Fehler vermutet wird, wann sich die Haftung nicht vermeiden lässt und welche Fristen gelten.
Wer haftet für Schäden durch ein fehlerhaftes Produkt?
| Wer | Wann er haftet |
| Hersteller | immer, für Schäden durch sein fehlerhaftes Produkt und durch ein von ihm eingebautes Bauteil |
| Hersteller eines Bauteils | wenn der Schaden durch sein fehlerhaftes Bauteil entstand, das unter Kontrolle des Herstellers eingebaut wurde |
| Importeur und Bevollmächtigter | wenn der Hersteller keinen Geschäftssitz in Montenegro oder der EU hat |
| Fulfilment-Dienstleister | wenn es weder einen Importeur noch einen Bevollmächtigten mit Sitz in Montenegro oder der EU gibt |
| Wer das Produkt wesentlich verändert | wenn er es ohne Kontrolle des Herstellers verändert und erneut in Verkehr oder in Betrieb bringt |
| Händler | wenn er nicht innerhalb eines Monats nach Ihrer Anfrage den Hersteller, Importeur oder seinen eigenen Lieferanten benennt |
| Online-Plattform | wie ein Händler, wenn sie den Verbraucher glauben lässt, dass die Plattform selbst oder ein von ihr kontrollierter Händler das Produkt anbietet |
- Haften mehrere Wirtschaftsakteure, haften sie gesamtschuldnerisch, Sie können den Ersatz also von jedem von ihnen verlangen (Artikel 181).
- Die Haftung kann weder durch Gesetz noch durch Vertrag im Voraus ausgeschlossen oder beschränkt werden (Artikel 182v).
Was ist ein Produkt und wann ist es fehlerhaft?
- Ein Produkt ist jede bewegliche Sache, auch wenn sie in eine andere Sache eingebaut ist, einschließlich Elektrizität, Dateien für die digitale Fertigung, Rohstoffe und Software (Artikel 176).
- Ein Produkt ist fehlerhaft, wenn es nicht die Sicherheit bietet, die man berechtigterweise erwarten darf oder die montenegrinisches oder EU-Recht verlangt (Artikel 177).
- Bei der Beurteilung zählen auch Anleitungen, vorhersehbare Verwendung, Software-Updates, die Lernfähigkeit des Produkts, die Verbindung mit anderen Produkten und die Cybersicherheit.
- Ein Produkt ist nicht schon deshalb fehlerhaft, weil inzwischen ein besseres Produkt oder ein neueres Update erschienen ist.
Welche Schäden werden ersetzt?
- Tod, Körperverletzung und medizinisch anerkannte Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit;
- Beschädigung oder Zerstörung von Sachen, außer dem fehlerhaften Produkt selbst und Sachen, die ausschließlich beruflich genutzt werden;
- Zerstörung oder Beschädigung von Daten, die nicht ausschließlich beruflich genutzt werden;
- der daraus folgende Vermögensschaden und immaterieller Schaden, soweit das Gesetz ihn vorsieht (Artikel 179).
Was müssen Sie beweisen?
- Der Geschädigte beweist den Fehler, den Schaden und den ursächlichen Zusammenhang zwischen beiden (Artikel 182).
- Ein Fehler wird vermutet, wenn der Wirtschaftsakteur vom Gericht angeordnete Beweise nicht offenlegt, wenn das Produkt verbindliche Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt oder wenn der Schaden durch eine offensichtliche Fehlfunktion bei normaler Verwendung entstand.
- Der ursächliche Zusammenhang wird vermutet, wenn der Fehler feststeht und der Schaden eine typische Folge davon ist.
- Bei technisch komplexen Produkten kann das Gericht Fehler oder Ursachenzusammenhang vermuten, wenn der Beweis übermäßig schwierig ist und Sie ihn wahrscheinlich machen.
- Das Gericht kann den Beklagten verpflichten, Beweise offenzulegen, über die er verfügt, unter Schutz von Geschäftsgeheimnissen (Artikel 182a).
Wann ist ein Wirtschaftsakteur von der Haftung befreit?
- Er ist befreit, wenn er zum Beispiel beweist, dass er das Produkt nicht in Verkehr gebracht hat, dass der Fehler damals wahrscheinlich nicht bestand oder dass der damalige Stand von Wissenschaft und Technik ihn nicht erkennen ließ (Artikel 182b).
- Der Hersteller kann sich nicht darauf berufen, dass der Fehler beim Inverkehrbringen nicht bestand, wenn er von Software, ihren Updates, einem fehlenden notwendigen Sicherheitsupdate oder einem verbundenen Dienst unter seiner Kontrolle herrührt.
- Die Haftung kann gemindert werden, wenn ein eigenes Verschulden des Geschädigten zum Schaden beigetragen hat.
- Die neuen Regeln gelten nicht für kostenlose Open-Source-Software, die außerhalb einer Geschäftstätigkeit entwickelt wird (Artikel 182e).
Welche Fristen gelten?
| Frist | Regel |
| Drei Jahre | ab dem Tag, an dem Sie von Schaden, Fehler und haftendem Akteur erfahren haben oder hätten erfahren müssen (Artikel 182d) |
| Zehn Jahre | ab dem Inverkehrbringen oder der Inbetriebnahme des Produkts bzw. des wesentlich veränderten Produkts |
| 25 Jahre | wenn eine latente Körperverletzung Sie daran hinderte, innerhalb von zehn Jahren Klage zu erheben |
- Rechtskräftige Urteile über Schäden durch fehlerhafte Produkte werden auf der Website des Gerichts veröffentlicht (Artikel 182đ).
- Diese Regeln schließen Rechte aus der Mängelhaftung, Reklamation und Garantie sowie andere Haftungsgründe nicht aus.
Reklamation, Garantie und Rückgabe erklärt unser Ratgeber zu den Verbraucherrechten, den Kauf gebrauchter Waren unser Ratgeber zu Gebrauchtwaren. Die Regeln für E-Scooter erklärt unser Ratgeber zu E-Scootern und Mopeds, Zoll und Mehrwertsteuer auf Pakete aus dem Ausland unser Ratgeber zu Paketen aus dem Ausland.
Häufige Fragen
Seit wann gelten die neuen Regeln zu fehlerhaften Produkten? Die Änderungen des Obligationengesetzes wurden am 7. August 2026 im Amtsblatt 117/2026 veröffentlicht und gelten ab dem 9. Dezember 2026.
Wer zahlt für Schäden durch ein außerhalb der EU gekauftes fehlerhaftes Produkt? Neben dem Hersteller haften der Importeur und der Bevollmächtigte, und gibt es sie nicht, der Fulfilment-Dienstleister.
Ist Software ein Produkt? Ja, nach den neuen Regeln gilt Software als Produkt, und der Hersteller haftet auch für fehlerhafte Updates und fehlende notwendige Sicherheitsupdates unter seiner Kontrolle.
Wird der Schaden am fehlerhaften Produkt selbst ersetzt? Nein, diese Regeln erfassen den Schaden am Produkt selbst nicht, die Rechte aus Reklamation und Garantie bleiben aber bestehen.
In welcher Frist verlange ich Ersatz? Innerhalb von drei Jahren, nachdem Sie von Schaden, Fehler und Haftendem erfahren haben, spätestens zehn Jahre nach dem Inverkehrbringen des Produkts.
Haftet eine Online-Plattform? Sie haftet wie ein Händler, wenn sie den Verbraucher glauben lässt, dass die Plattform selbst oder ein von ihr kontrollierter Händler das Produkt anbietet, und den Haftenden nicht innerhalb eines Monats benennt.
Quellen
Die neuen Regeln enthält das Gesetz zur Änderung des Obligationengesetzes (Amtsblatt 117/2026, Artikel 175 bis 182e in neuer Fassung und Artikel 11 zur Anwendung ab 9. Dezember 2026), das die Richtlinie (EU) 2024/2853 über die Haftung für fehlerhafte Produkte umsetzt. Die Angaben wurden am 26. September 2026 geprüft. Fijaka ist eine Kleinanzeigenplattform; dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
